Institutionelles Schutzkonzept Prävention
im Pfarrverband Roth-Büchenbach
1. Grundlagen
Wir – der Pfarrverband Roth-Büchenbach – wollen den Heilsauftrag Jesu in unserem Alltag umsetzen. Eine Kultur der Achtsamkeit ist uns gemäß dem Gebot der Nächstenliebe Anliegen und Selbstverständlichkeit. Wir wollen Kindern, Jugendlichen und schutz- oder hilfebedürftigen Erwachsenen und allen Menschen, die bei uns zu Gast sind oder sich engagieren, einen wertschätzenden und achtsamen Lebensraum bieten. Wir sind uns bewusst, dass wir Verantwortung für ihr körperliches, geistiges und seelisches Wohl tragen. Deshalb fühlen wir uns verpflichtet, sie vor jeder Form von Übergriffen, Missbrauch und Gewalt zu schützen, sichere Räume der Begegnung zu schaffen und sie in ihrer Persönlichkeit zu stärken.
Es bedarf einer klaren Grundhaltung jeder einzelnen Person, die bei uns haupt-, neben- oder ehrenamtlich tätig ist, um gemäß einer Kultur der Achtsamkeit die Begegnungen mit Menschen zu gestalten. Menschen müssen diese Haltung spüren und erleben können. Sie müssen die Gewissheit haben, dass sie offen sprechen und bei Problemen Hilfe erwarten können. Denn sie sollen sich bei uns wohlfühlen und sichere Lebensräume finden.
Dazu ist es notwendig, dass wir die Art, wie wir miteinander umgehen, besprechen, immer wieder überprüfen und stetig weiterentwickeln. Neue ehren-, neben- oder hauptamtlich Tätige werden darüber informiert und eingebunden. Dies ist wichtiger Bestandteil dieses institutionellen Schutzkonzepts.
Wir verpflichten uns mit dem institutionellen Schutzkonzept auf die Rahmenordnung Prävention der Deutschen Bischofskonferenz von 2019 und die Ausführungsbestimmungen Prävention der Diözese Eichstätt. Neben der Entwicklung eines institutionellen Schutzkonzepts dienen die Einholung eines erweiterten Führungszeugnisses, die Unterzeichnung der Selbstauskunftserklärung, die Teilnahme an den verpflichtenden Fortbildungen und das Qualitätsmanagement ebenfalls diesem Ziel.
(Grundlage dafür ist die Deutsche Bischofskonferenz und die Diözese Eichstätt.)
2. Schwerpunkte
- Ministrantenarbeit, von jugendlichen Ehrenamtlichen, Neben- und Hauptamtlichen geleitet.
- Erstkommunionvorbereitung, von Hauptamtlichen geleitet und Ehrenamtlichen mit durchgeführt.
- Firmvorbereitung, von Hauptamtlichen geleitet und Ehrenamtlichen mit durchgeführt.
- „Utopia“ offener Jugendtreff, ehrenamtlich organisiert und geleitet.
- Bei Begegnungen auf den Grundstücken und in den Häusern des Pfarrverbandes, wie Feste, vor oder nach einem Gottesdienst, oder bei anderen Gelegenheiten.
- Die Kindergärten in der Trägerschaft einer unserer Kirchenstiftungen erstellen ihr eigenes Präventionskonzept und achten auf die Umsetzung.
3. Risikoanalyse
Bei all den Begegnungen zwischen Menschen kann es zu körperlichen Übergriffen, wie unsittliches Berühren oder mehr kommen.
Es kann auch zu übergriffige Worte oder Verhalten kommen, die die Würde von Personen herabsetzen oder missachten.
Es kann zu übergriffigen Einschränkungen kommen. Regel sind nicht verkehrt, wenn sie die Würde und Entfaltung der Person unnötig und unwürdig einschränken.
Ebenso kann es dazu kommen, dass individuelle Bedürfnisse unnötig oder gefährden eingeschränkt werden. (Gerade körperlich oder geistig Behinderte haben spezielle Bedürfnisse. Inklusion, Jugendschutzgesetz, ...)
4. Verhaltensregeln / Haltungen:
- Ich achte darauf, dass du dich bei uns wohlfühlst
Ich respektiere deine individuellen Bedürfnisse und Grenzen. Du sollst die Möglichkeit haben, dich in unserer Pfarrgemeinde zu entfalten und dich zu integrieren, ohne dich verstellen zu müssen. Du kannst die Angebote nach deinem Wunsch wahrnehmen, ganz wie es dir guttut. - Ich achte deine Grenzen
Ich respektiere deine persönlichen Grenzen und halte mich daran. Ich beobachte, ob Nähe und Berührungen für Sie/dich angenehm sind oder ob du dich damit unwohl fühlst. Auch in Gesprächen werde ich darauf achten, dass du nur so viel von dir erzählst, wie du möchtest. Ich weiß, dass nicht jeder immer in der Lage ist, seine Grenzen klar zu kommunizieren – deshalb achte ich besonders darauf. - Ich sehe dich als wertvoll
Ich erkenne dich mit all deinen Eigenschaften, deiner Geschichte und Identität als einen wertvollen Menschen. Du bist ein vollwertiges Mitglied unserer Gemeinschaft. Ich möchte, dass du erfährst, was es heißt, Teil einer christlichen Gemeinschaft zu sein, und dass du dich bei uns geschätzt fühlst. - Ich finde mit dir eine gute LösungWenn wir in einer Gruppe zusammenarbeiten, respektiere ich deine Meinung, auch wenn sie von meiner abweicht. Gemeinsam suchen wir nach guten Lösungen und Kompromissen. Wenn du mir von deinen Problemen erzählst, nehme ich sie ernst und möchte mit dir zusammen eine Lösung finden.
5. Schutzmaßnahmen
Wir schulen unsere Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen oder vor Beginn eines Projektes. Alle Mitarbeiter(innen) werden über das Präventionskonzept informiert und darauf verpflichtet. Dauerhafte Mitarbeiter(innen) müssen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Es wird gemäß der Regularien der Diözese geprüft. Von kurzzeitig befristeten Mitarbeiter(innen) bei einem zeitlich begrenzten Projekt (wie Erstkommunion oder Firmvorbereitung) verlangen wir eine Selbstverpflichtungserklärung. Wir achten bei unseren Treffen auf eine Kultur der Achtsamkeit. Das zeigt sich, wie wir miteinander Sprechen und miteinander umgehen. (Gesprächsregel, Grenzen körperlicher Nähe) Die Maßnahmen werden dokumentiert.
6. Feedbackkultur / Beschwerdewege:
Wir haben uns auf Umgangsformen und –regeln geeinigt, um achtsam, wertschätzend und respektvoll miteinander umzugehen. Trotzdem läuft im Alltag nicht immer alles reibungslos ab und es wird vorkommen, dass diese Regeln nicht eingehalten werden. Wenn Sie sich über etwas ärgern, Sie sich verletzt fühlen oder Ihnen jemand oder etwas zu nahegekommen ist, dann dürfen Sie sich an die Vertrauenspersonen wenden und Ihr Anliegen vortragen. Die Vertrauenspersonen nehmen Sie mit Ihren Gefühlen ernst und hören zu. Um die Situation zu ändern oder zu verbessern, werden Sie gemeinsam nach Lösungen suchen und überlegen, wie sie umgesetzt werden können. Das kann anonym geschehen, in Ihrem Namen oder mit Ihnen. Gleiches gilt für Kinder und Jugendliche.
Wir wollen darüber reden und Übergriffe nicht schweigen. Wagen sie es Missstände anzusprechen und in der Gruppe darüber zu reden. Handelt sich es um gravierende Tatenstehen bei uns als Ansprechpersonen zur Verfügung:
Stefanie Beck
Thomas Becker
Stefanie Dürrbeck
Daniel Bayer
Oder sie wenden sich direkt an die Ansprechpersonen der Diözese Eichstätt.
https://www.bistum-eichstaett.de/missbrauch/ansprechpersonen/
7.Notfallplan der Diözese Eichstätt
Haupt- und nebenamtlich sowie ehrenamtlich Tätige, die im dienstlichen Kontext von Übergriffen, grenzverletzendem Verhalten oder sexualisierter Gewalt hören bzw. diese beobachten, und Kleriker, sofern die Kenntnis nicht im forum internum erlangt wurde, gehen unbeschadet eigener Verfahren im Bereich der Schulen und Kindertageseinrichtungen folgendermaßen vor:
1) Konfrontation mit kritischen Situationen
Sie beobachten eine kritische Situation:
- Situation diskussionslos beenden
- für Betroffene sorgen
- Situation dokumentieren
- Interventionshotline (08421 50500) kontaktieren
Sie hören von einer kritischen Situation:
- aktiv zuhören
- Situation dokumentieren
- Interventionshotline (08421 50500) kontaktieren
Allgemeine Hinweise:
- Sie stehen auf der Seite der Betroffenen (Opferschutz).
- Sie sichern Vertraulichkeit zu und bestätigen, dass Sie ausschließlich mit den Fachleuten am Interventionstelefon sprechen.
- Eine erste Bewertung erfolgt gemeinsam mit Ihnen an der Interventionshotline.
- Die Befragung und Rekonstruktion der Vorfälle und alle Ermittlungen übernimmt ausschließlich die Strafverfolgungsbehörde.
- Gespräche über die kritischen Situationen dürfen ausschließlich mit der Interventionshotline geführt werden. Sie haben eine Schweigepflicht.
- Kontaktaufnahmen mit Angehörigen von Betroffenen bzw. Außenstehenden werden in Absprache mit der Interventionshotline koordiniert.
2) Unabhängige Ansprechpersonen für Betroffene sexualisierter Gewalt:
Die unabhängigen Ansprechpersonen sind externe Fachleute. Sie sind Anlaufstelle für Hilfesuchende und Betroffene und stellen eine unabhängige Aufarbeitung sicher.
Mitarbeitende unterstützen Opfer / Betroffene bei der Kontaktaufnahme.
Die Kontaktdaten:
oder unter: https://www.bistum-eichstaett.de/missbrauch/ansprechpersonen/


