Besuch in der katholischen Pfarrei Roth
Hoher Besuch aus Ostafrika in der Pfarrei Roth: Alt-Erzbischof Simon Ntamwana
Alt-Erzbischof Simon Ntamwana nach dem Gottesdienst in der Rother Kirche mit Gemeindemitgliedern und den Geistlichen der Pfarrei. Foto: Hans-Peter Reißmann / kath. Pfarrei Rothaus der Erzdiözese Gitega in Burundi kam für einen Tag in die Kreisstadt, um sich über die Arbeit der Pfarrei zu informieren und sich mit Mitgliedern der Pfarrgemeinde auszutauschen. Begrüßt wurde er vom Rother Pfarrer Klaus Meyer, der bereits mehrfach in dem kleinen ostafrikanischen Land war. Anlass des Besuchs war das 50-jährige Jubiläum der Partnerschaft zwischen der Diözese Eichstätt und der Erzdiözese Gitega.
Der emeritierte Erzbischof schaute in der Kirche in Büchenbach vorbei, traf sich mit Bürgermeister Andreas Buckreus zu einem Gespräch im Schloss Ratibor und betete in seiner Muttersprache ein „Vater unser“ gemeinsam mit Pfarrer Werner Konnerth und Klaus Meyer in der evangelischen Stadtkirche. Er zeigte sich beeindruckt von der gelebten Ökumene in Roth. Maria und Andreas Waßmuth begrüßten den hohen Besuch anschließend in seiner Muttersprache im Weltladen in Roth, in dem auch Burundi-Kaffee verkauft wird, um kleinbäuerliche Familienbetriebe in dem Land zu unterstützen. Erzbischof Simon war sichtlich bewegt und kaufte spontan selbst eine Packung Kaffee. Außerdem war er zu Gast beim Fest der Katholischen Kinderkrippe „Heilige Drei Könige“ auf der Kupferplatte, wo ihn Krippenleiterin Yvonne Patek über die Arbeit der Einrichtung informierte.
Bei einer Begegnung mit Angehörigen der Pfarrgemeinde berichtete Erzbischof Simon über die Aktivitäten der katholischen Kirche in der Erzdiözese Gitega: Der 80-Jährige, der Anfang der 2000er-Jahre im Bistum Hildesheim tätig war und mehrere Sprachen spricht, ging dabei in fließendem Deutsch insbesondere auf die Basisgemeinschaften in seiner Diözese ein. Diese Gemeinschaften umfassen in der Regel zehn bis 15 Nachbarsfamilien, die gemeinsam die Bibel lesen und beten, sich gegenseitig unterstützen und auch sozial tätig sind (z.B. Mithilfe in umliegenden Schulen oder Krankenhäusern). „Der Grundgedanke ist, das Evangelium gemeinsam zu leben und einander zu tragen. Es geht darum, Familie Gottes zu sein“, so der Erzbischof. Der Geistliche setzt sich auch intensiv für die Versöhnung in seinem Land ein, das in der Vergangenheit sehr unter den Kämpfen zwischen den Stämmen der Hutu und Tutsi gelitten hatte. „Aber da haben wir noch einen langen Weg zu gehen“, sagte der Erzbischof, zu dessen beeindruckendem Wirken auch ein Buch erschienen ist („Nur Versöhnung kann uns retten: Der furchtlose Einsatz von Erzbischof Simon Ntamwana für Frieden in Burundi“).
Der Tag endete mit einem feierlichen Gottesdienst in der katholischen Kirche, der musikalisch von der Gruppe „on:beat“ gestaltet wurde, und einem gemeinsamen Grillabend im Pfarrhof.

