Termin- und Veranstaltungshinweise

Sonntag 01.Okt.2017 16:30 Amtseinführung Pfarrer Christian Konecny
   Beginn am Marktplatz mit anschließenden Zug zur Kirche und Gottesdienst um 17Uhr.

Sonntag 08.Okt.2017 10:30 Kinderkirche
  

Sonntag 08.Okt.2017 16:00 Meditation zum Matthäus-Marktsonntag
   mit Inge Dirsch (Mezzosopran) und Gerhard Silberhorn (Orgel)

Samstag 14.Okt.2017 19:00 Weinfest der Kolpingsfamilie
  

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Bitte beachten Sie auch die aktuelle Gottesdienstordnung

 

Nachrichten aus der Pfarrei

Fragen der Roth-Hilpoltsteiner-Volkszeitung (Frau Claudia Weinig) an Pfarrer Dr. Christian Löhr

Dr. Christian Löhr_Umzug1. Herr Dr. Löhr – hinter Ihnen liegen acht Jahre als Stadtpfarrer von Roth. Was nehmen Sie aus dieser Zeit mit?

Ja, es sind knapp acht Jahre, zusammen mit den zwei Jahren als Kaplan komme ich auf fast 10 Jahre in der schönen Stadt Roth. Ich nehme viele schöne Erinnerungen mit, Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind, die gute Ökumene in Roth und die herrliche Umgebung mit dem Rothsee (in dem ich gern geschwommen bin) und dem Kanal (an dem ich gern geradelt bin).

2. Wäre die Rother Pfarrei eine Person – wie würden Sie diese charakterisieren?

Herzlich, kernig, eben mittelfränkisch.

3. An welches (einmalige ?) Ereignis/Begegnung erinnern Sie sich gerne?

Jetzt zum Abschied fällt mir der Anfang wieder ein, als ich damals im Herbst 2009 als neuer Pfarrer am Rother Marktplatz begrüßt wurde. Die Kindergartenkinder sangen mir damals ein Ständchen. Mit vielen Gemeindemitgliedern zogen wir in langer Prozession zum Begrüßungsgottesdienst in die katholische Kirche. An der Stadtkirche reihten sich die evangelischen Pfarrer und Kirchenvorstände mit ein.

4. Welches Ereignis/Begegnung hat Sie tief berührt/bewegt (warum?)

Zu den bewegendsten Momenten zählen die persönlichen Begegnungen mit Menschen und die Sakramentenspendungen. Ich bin von vielen Krankenbetten innerlich bereichert weggegangen, wenn ich Menschen begegnen durfte, die ihre Kreuze und Leiden tapfer tragen und ertragen. So denke ich in diesen Tagen auch an viele Gemeindemitglieder zurück, die ich auf ihrem letzten Weg begleiten und im Glauben trösten durfte.

5. Was zeichnet(e) die Arbeit in der Rother Pfarrei aus? (Wo liegen Schwerpunkte/auf was muss ein Pfarrer besonders achten/was kostet am meisten Kraft?)

Roth ist aus katholischer Sicht eine Diasporapfarrei, d. h. die Katholiken sind hier in der Minderheit. Im Gegensatz z. B. zu Hilpoltstein gibt es hier kaum gewachsene, alte Strukturen. Der katholische Pfarrer von Roth kann von daher kaum auf katholische Traditionen zurückgreifen. Wenn man sich aber um die Menschen sorgt und kümmert, dann lässt sich auch in der Pfarrei Roth viel erreichen und schaffen. So bin ich vielen guten Mitstreitern dankbar, dass wir die Bausünden der 60er Jahre an unserer Kirche etwas tilgen und eine schöne Marienkapelle für die Wochentagsmessen schaffen konnte. Leid tut mir, dass ich unsere inzwischen auch über Roth hinaus bekannte Winterhalter-Orgel zurücklassen muss. Das wir sie anschaffen konnten, darauf kann unsere Gemeinde zu recht stolz sein. Und ich freue mich, dass wir die Kinderbetreuung in unseren katholischen Kitas ausbauen und stärken konnten z. B. durch den Bau einer Kinderkrippe. Ein Pfarrer kann all diese Dinge allein niemals schaffen; in Roth war ich von vielen guten Menschen umgeben, die mich in den genannten Projekten und vielen anderen unterstützt haben. Ich konnte immer wieder erleben, dass wir gemeinsam stark sind. Das ist auch mein Wunsch beim Abschied für die Pfarrei, dass die Menschen hier auch weiterhin aus dem Glauben an Jesus Christus heraus zusammenstehen und zusammenhalten.

6. Nun ist Roth traditionell evangelisch geprägt. Darüber vergisst man, dass die katholische Pfarrei Roth tatsächlich 7000 Gläubige zählt – hat Sie das manchmal auch geärgert?

Wie schon gesagt, konnte ich zusammen mit der evangelischen Kirchengemeinde, der Freikirche Ecclesia und der Landeskirchlichen Vereinigung das gute ökumenische Miteinander in Roth weiter ausbauen und festigen. Wir Katholiken ärgern uns nicht mehr über unsere evangelischen Glaubensgeschwister, sondern freuen uns aneinander und wollen mehr und mehr zusammenarbeiten  und zusammenwachsen.

7. Wie sehen Sie das Verhältnis zur nahen protestantischen Kirche. Was hat sich in den vergangenen acht Jahren in der Ökumene hier vor Ort verändert?

Verändert hat sich vor allem, dass ich mit Herrn Pfarrer Joachim Klenk und seinem engagierten Kirchenvorstand von der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Roth die ökumenischen Kontakte auf die Ecclesia und die LKV hin ausweiten konnte. Ich hoffe und wünsche sehr, dass das in diesem Bereich zwischen den Verantwortlichen gewachsene Vertrauen weiter Früchte trägt.

7. Apropos Protestanten: Die Reformation ist in diesem Jahr ein großes Thema. Was bedeutet für Sie persönlich Luther bzw. seine Lehren? Gibt es etwas, das Sie als Katholik für sich mitnehmen?

An Martin Luther hat mich schon in meinen Studienjahren seine religiöse Suche und Ernsthaftigkeit beeindruckt. Etwas davon täte uns heutigen Christen auch gut, wirklich zu ringen, wie wir einen gnädigen Gott bekommen, ja überhaupt das Bewußtsein, dass unser Leben jeden Tag und jeden Augenblick im Zusammenhang mit Gott steht, der uns ins Leben gerufen hat, der uns voller Liebe begleitet, der etwas mit uns in dieser Welt vorhat und uns als seine Werkzeuge gebraucht, wenn wir uns ihm willig zur Verfügung stellen. Die Zeit Luthers war durch und durch religiös geprägt. In der heutigen Zeit ist die religiöse Luft oft sehr dünn geworden. Da wünschte ich mir auch heute Menschen wie Luther, die froh und frohmachend ihren Glauben leben und aus tiefen Glaubensquellen ihr Leben speisen.

8. Was ist im Wesentlichen ihre künftige Aufgabe im Priester- und Bildungshaus „Berg Moriah“ im Westerwald.

Das Priester- und Bildungshaus „Berg Moriah“ an den Ausläufern des Westerwaldes oberhalb des Rheins mit herrlich-weitem Blick bis in die Eifel hinein ist das Vaterhaus des Schönstatt-Priesterverbandes. Dorthin kommen die Priester, die zu unserer Gemeinschaft gehören, immer wieder zu Schulungs- und Erholungszeiten. Ich habe in diesem Haus ein Appartement und kann die Vorzüge eines Hotelbetriebes mit einer Rundumversorgung genießen. In diesem Haus halte ich Exerzitien und Vorträge, auch für Gäste und Gruppen außerhalb unserer Gemeinschaft. Das Haus mit 60 sehr schönen Gästezimmern ist offen für alle, so dass mich meine Rother Freunde gern besuchen können. Auf Berg Moriah empfange ich auch viele Gäste und führe Gespräche. Sehr oft werde ich unterwegs sein, da die etwa 250 Mitglieder unserer internationalen Priestergemeinschaft auf allen fünf Erdteilen leben. Als Generalrektor besuche ich sie regelmäßig und über mich laufen viele Kontakte in unserer Gemeinschaft

9. Auf was freuen Sie sich im und worin sehen Sie zu ihrem Wirken in Roth die größten Unterschiede?

Ich war nun 15 Jahre im Pfarreidienst und freue mich nun auf sicher viele neue, weltweite Erfahrungen. In Deutschland habe ich den Eindruck, dass viele Institutionen, darunter leider auch die Kirche, eher im Rückzug sind. Ich hoffe, lebendige Kirchen in Afrika, Lateinamerika und auf den Philippinen kennenlernen zu können, wo Menschen Freude am Glauben haben und den Glauben selbstverständlich leben. Meine Gemeinschaft hat ein großes Schönstatt-Zentrum in Rom gebaut, wo ich oft sein und Kurse und Veranstaltungen anbieten werde. Ich freue mich, wieder öfter in Rom sein zu können.

10. Wie ist es, wenn man nach acht Jahren aus einem großen Pfarrhaus auszieht? (Stichwort: Umzugsstress??). Gibt es Souvenirs von hier, die Sie als Erinnerung an Ihre Rother Zeit ganz bewusst mitnehmen?

Beide Wohnungen, in Schönstatt und in Rom, sind möbliert. Eigentlich müsste ich gar nichts mitnehmen und könnte mir einen Umzug sparen. Vielleicht wäre das auch das Beste. Ich habe aber sehr viele Bücher, von denen ich mich ungern trenne. Den Großteil meiner Möbel kann ich einem afrikanischstämmigen Weihekurskollegen weitergeben, der letztes Jahr in ein große Pfarrhaus eingezogen ist. Für meinen Abschied haben Gemeindemitglieder ein Fotobuch mit schönen Aufnahmen aus den letzten Jahren zusammengestellt, das mir und den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern eine schöne Erinnerung sein wird. Durchgesickert ist auch schon, dass mir bei meinem Abschied am 22.4. abends ein Erinnerungsbild mit Kirche und Pfarrhaus mitgegeben werden wird.

Infos Pfarrer Dr. Christian Löhr:

Berufliche Stationen vor Roth: nach der Promotion in Rom 2002-2004 Kaplan in Roth, 2004-2009 Pfarrer in Wassertrüdingen (am Hesselberg), seit 2009 Pfarrer von Roth (mit Eckersmühlen) und Büchenbach

Wohin geht es jetzt? Nach Schönstatt am Rhein (bei Koblenz) als Generalrektor des Schönstatt-Priesterverbandes

Zahl der Katholiken in der Pfarrei Roth: ca. 8.000 (mit der Filiale Eckersmühlen)

Alter: 44